Girokonto als Geschäftskonto

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Girokonto als Geschäftskonto 2018-09-10T15:12:26+00:00

Girokonto als Geschäftskonto

Ein Leben ohne privates Girokonto ist heute wohl undenkbar. Jegliche Lebenserhaltungskosten sowie sonstige finanzielle Verpflichtungen werden darüber abgewickelt. Ob direkt auf der Bank oder ganz bequem mittels den heute bestehenden Online-Optionen – der Transfer der eigenen Gelder für Miete, Versicherung und Co. wird in den seltensten Fällen mit Bargeld abgewickelt. Sobald es an den Gedanken einer Selbstständigkeit geht, kommen deshalb natürlich Fragen bezüglich der geschäftlichen Kontoführung auf. Denn wer diesen Weg einschlägt benötigt zwingend ein Konto. Schließlich wollen Löhne gezahlt, Geldein- und -ausgänge dokumentiert und weitere Zahlungen geleistet werden. Dabei stellt sich schnell die Frage, ob es möglich ist, ein bereits bestehendes privates Girokonto als Geschäftskonto zu nutzen.

Das private Konto als Girokonto – Fakten, Überlegungen, Möglichkeiten

Gleich zu Beginn sei erwähnt, dass die Nutzung des Privatkontos für die Selbstständigkeit prinzipiell möglich und auch legal ist. Gerade in der Gründungsphase, in der Selbstständige und Freiberufler allerlei zu bewältigen haben – angefangen bei Materialbeschaffung, Kundengewinn und Werbetätigkeiten – wird das private Konto der Einfachheit halber gern als Geschäftskonto mitgenutzt. Diese Vorgehensweise kann jedoch später zu Problemen führen. Denn diese Vorgehensweise birgt das enorme Risiko den Überblick über private und geschäftliche Geldmittel zu verlieren. Zudem kann es zu Schwierigkeiten mit dem Finanzamt kommen, wenn dieses Nachweise möchte. Denn hier muss Übersichtlichkeit und eindeutige Zuordnung der jeweiligen Gelder gegeben sein. Daher sollten privates und geschäftliches Konto bestmöglich auseinander gehalten werden. Dabei muss nicht zwingend ein direktes und oft mit Kosten verbundenes Geschäftskonto eröffnet werden.

Bei welcher Selbstständigkeit ist das Privatkonto eine tragbare Option?

Es ist festzuhalten, dass nicht jede Selbstständigkeit wirklich zwingend ein Geschäftskonto bedingt. Besonders in kleinen Modellen wie diversen Freiberufen und Nebentätigkeiten auf selbstständiger Basis, kann das Privatkonto durchaus ausreichen. Dabei spielt eine Rolle, wieviel und wie oft Geldeingänge zu erwarten sind und in welchen Höhen. Besteht durch geringe Transfers die Möglichkeit die Übersichtlichkeit des Kontos zu wahren, reicht dies auch beim Finanzamt in der Regel aus.

Möglichkeiten, das private Girokonto als Geschäftskonto zu nutzen

Um den anfallenden, oft hohen, Gebühren eines Geschäftskontos auszuweichen, bieten sich mehrere Alternativen an. Die einfachste Möglichkeit besteht darin, ein zweites privates Girokonto zu eröffnen und dies für seine gewerblichen Zwecke zu nutzen. Eine weitere Option bietet sich an, wenn die bestehende Bank die Variante der Unterkonten anbietet. Hierbei wird ein bestehendes privates Girokonto herangezogen und auf dessen Basis ein Konto für die Selbstständigkeit geführt. Separate Kontoauszüge garantieren hier für spätere Auskünfte an das Finanzamt Transparenz und die Buchführung wird erleichtert.

Privatkonto als Geschäftskonto – nicht jede Bank spielt mit

Auch wenn diese Vorgehensweise rechtlich möglich ist, verweigern in der Praxis die meisten Banken, dass ein Privatkonto zum gewerblichen Zwecke genutzt wird. Daher sollte überprüft werden, was die Geschäftsbedingungen der eigenen Bank sagen. Oftmals ist bereits hier zu finden, dass eine Nutzung außerhalb des privaten Bereichs nicht geduldet wird. In diesem Falle kann man es darauf anlegen und das Konto dennoch geschäftlich nutzen. Jedoch ist dann damit zu rechnen, dass die Hausbank früher oder später anhand der Transaktionen bemerkt, dass gegen die Geschäftsbedingungen gehandelt wird. Die Konsequenz ist in der Regel eine Kündigung des Kontos. Geschieht dies, ist meist nur noch der Wechsel zu einer anderen Bank möglich. Und die zwingende Überlegung,e in geeignetes Modell für ein Geschäftskonto zu finden.

Geschäftskonto – Worauf ist zu achten?

Da das Geschäftskonto einfach mehr Absicherung gewährleistet, sollte darauf verzichtet werden, das Privatkonto dafür zu nutzen. Möchte man ein solches Konto eröffnen, müssen mehrere Optionen überdacht werden, um ein geeignetes zu finden. Die erste Überlegung sollte dahin gehen, ob originale Kontoauszüge nötig sind und ob direkte Ansprechpartner zwingend gebraucht werden. Ist dies nicht der Fall, sollte die Tendenz zu einer Direktbank gehen. Bei diesen besteht sogar die Möglichkeit, ein kostenloses Geschäftskonto zu finden, auch wenn die Chancen gering ausfallen. Durch den minimalistischen Service sind die Kosten für ein entsprechendes Konto jedoch in der Regel gering und überschaubar. Gehen die Gedanken zu dieser Möglichkeit, sollte dennoch darauf geachtet werden, dass das Institut in Deutschland oder zumindest in Europa sitzt. Denn so ist einfach mehr Sicherheit durch den vorgegeben Standard und seriöse Vorgehensweise zu erwarten.
Legt man Wert auf Kundenbetreuung oder möchte Zusatzoptionen für sein Geschäftskonto sind weiterhin Hausbanken die bessere Anlaufstelle. Hier ist mehr Komfort zu erwarten, jedoch auch deutlich höhere Gebühren.

Fazit

Das private Girokonto als Geschäftskonto mitzunutzen ist rechtlich legal und kann nur durch die Bank selbst in Schranken verwiesen werden. Dabei lohnt sich diese einfache Variante jedoch nur bei einer Selbstständigkeit, die auf einer geringen Basis aufbaut. Durch die Optionen Unterkonto oder zweites Privatkonto ist hier die Möglichkeit gegeben, genügend Übersichtlichkeit und Transparenz zu schaffen. Fallen mehrere Kostenpunkte, Arbeitslöhne, Materialbeschaffungskosten und ähnliches an, sollte der Übersichtlichkeit wegen zum Geschäftskonto tangiert werden.

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