Girokonto gesperrt – was tun?

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Girokonto gesperrt – was tun? 2018-10-01T13:10:59+00:00

Girokonto gesperrt – was tun?

Wenn man trotz vorhandenem Guthaben nicht mehr auf sein Geld auf einem Girokonto herankommt, ist dafür in der Regel eine Kontosperrung verantwortlich. Nach der ersten Bestürzung folgen meist eine Ratlosigkeit und die Frage: Was nun? Dieser Artikel zeigt auf, welche Schritte man nun einleiten sollte.

Erster Schritt bei Kontosperrung – die Ursache ermitteln

Für eine Sperrung eines privaten Girokontos kann es mehrere Ursachen geben. Je nachdem, welche zutrifft, müssen unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden.

1. Möglicherweise handelt es sich um eine Sicherheitssperrung. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn der Pin am Geldautomaten zu oft falsch eingegeben wird. Bei den meisten Banken erfolgt dann eine automatische Sperrung nach 3 Fehlversuchen. So kann ein unbefugter Zugriff verhindert werden.
2. Ebenfalls sollte eine Sperrung des Girokontos erfolgen, wenn man seine Bankkarte verliert. Ein Missbrauch durch Dritte und der Verlust des Ersparten kann vermieden werden, wenn das Konto schnellstmöglich gesperrt wird.
3. Eine Sperrung kann auch infolge einer gerichtlichen Pfändung erfolgen. In diesem Fall wird man erst wieder über sein Geld verfügen können, wenn die Schulden abbezahlt sind.
4. Eine weitere Ursache kann die Privatinsolvenz darstellen. Denn auch in diesem Fall wird das „Vermögen“ über den Insolvenzverwalter geregelt. Ein uneingeschränkter Zugriff auf das eigene Konto wird so ebenfalls verhindert.

Kontosperrung – nun sollte schnell gehandelt werden

Wer nicht mehr über das Guthaben auf seinem Konto verfügen kann, sollte schnellstmöglich handeln, um die laufenden Kosten wie Miete oder Strom zahlen zu können. Ansonsten kann es zu schwerwiegenden Folgen kommen, die sogar den Verlust der Wohnung zufolge haben kann. Der erste Weg sollte dabei immer zu dem entsprechenden Geldinstitut führen.

Die Sicherheitssperrung

Um eine Kontosperrung wegen eines falsch eingegebenen Pins aufzuheben, muss ein neuer Pin beantragt werden. Dies geht bei den meisten Kreditinstituten sowohl per Videolegitimation, telefonisch, per Mail oder direkt am Schalter und dauert in der Regel ein bis zwei Wochen. Da man jedoch auch in der Zwischenzeit über sein Guthaben verfügen kann, ist es möglich, am Schalter unter Vorlage der Bankkarte sowie des Personalausweises Geld abzuheben.

Die gleiche Vorgehensweise erfolgt bei dem Verlust der Bankkarte. Nachdem eine neue Girokarte beantragt wurde, werden Karte sowie der neue Pin relativ zeitnah per Post zugesandt. Sein Geld bekommt man auch in diesem Fall am Schalter, wenn ein Ausweisdokument vorgelegt wird.

Ist eine Sperrung des Kontos anhand einer Pfändung erfolgt, wird das Ganze schon schwieriger. Denn in diesem Fall besteht kein automatisches Recht auf das unpfändbare Existenzminimum. Daher kann es sein, dass die laufenden Kosten nicht mehr gedeckt werden können. Damit dies vermieden wird, sollte auf schnellstem Wege das bestehende Konto in ein sogenanntes „P-Konto“ (Pfändungsschutzkonto) umgewandelt werden. Nur so kann man trotz Schulden und Pfändung auf einen festgelegten Betrag frei zugreifen und seinen monatlichen Verpflichtungen nachkommen. Alle Einnahmen, die das Existenzminimum überschreiten, werden zur Tilgung der Schulden verwendet. Sobald diese abgezahlt sind, kann man wieder frei über das gesamte Guthaben verfügen. Sollte man des Öfteren in die Verlegenheit kommen, die anfallenden Kosten nicht begleichen zu können, ist es ratsam, einen Rechtanwalt beziehungsweise einen Schuldnerberater aufzusuchen. Dieser wird prüfen, ob eine private Insolvenz eine Möglichkeit ist, aus dem Schulden herauszukommen.

Wenn eine Insolvenz eingeleitet wurde, kann man ebenso nicht uneingeschränkt auf sein Einkommen verfügen. Alles, was über dem Existenzminimum liegt, wird automatisch eingezogen und zur Schuldentilgung verwendet. Die Dauer der Privatinsolvenz richtet sich danach, wie viel der angefallenen Schulden abgezahlt werden konnte. Wer in dieser Zeit ein P-Konto besitzt, hat jedoch auch in dieser Zeit das Geld für alle nötigen Ausgaben.

Fazit

Immer noch besteht der Irrglaube, dass bei einem Girokonto ein automatischer Schutz besteht, was das Existenzminimum betrifft. Doch an diesen pfändungsfreien Betrag hat man nur ein Anrecht, wenn man sein Girokonto beizeiten in ein P-Konto verwandelt. Damit die laufenden Zahlungen, Daueraufträge sowie Einzugsermächtigungen trotz Sperrung des Girokontos weitergehen können, sollte dieser Schritt rechtzeitig erfolgen und nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.

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